Der Landesverband Offener Kanäle NRW e.V. begrüßt
die Vorlage des Konzeptes „Örtliche Medienkompetenznetzwerke
in NRW“. Er sieht in der Verwirklichung dieses Konzeptes
eine positive Weiter-
entwicklung der Bürgermedienarbeit in NRW. Der Landesverband
und die Offenen Kanäle in NRW wollen ihre Kenntnisse
und Koope-
rationsstrukturen in die örtlichen Kompetenznetzwerke
einbringen.
Die Offenen Kanäle bringen bereits heute einen breiten
Erfahrungs-
schatz im Bereich der Kooperation mit Institutionen und Einrichtungen
vor Ort ein. Darüber hinaus haben sie sich im Rahmen
der Qualitäts-offensive, der Schwerpunktsbildung und
bei der Durchführung von Projekten ein großes Qualifizierungs-
und Bildungs- Know-How erworben, welches sie in die aufzubauenden
Netzwerkstrukturen einfließen lassen können und
wollen.
Wichtig ist dabei, wie die LfM in ihrem Papier richtig bemerkt,
dass vorhandene Ressourcen effektiv genutzt werden und die
vorhandene und von der LfM geförderte Struktur der Bürgermedieneinrichtungen
die „Basis“ für die Stärkung der Netzwerkarbeit
bilden. Unter diesen Basiseinrichtungen spielen die Offenen
Kanäle eine große Rolle, die sich als visuelle
Leitmedien an alle Bürger richten. Sie können koordinierende
und qualifizierende Funktionen übernehmen und ins-besondere
sowohl im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit als auch
in der handlungs- und produktorientierten, medienkritischen
Kompetenzvermittlung tätig sein.

Es ist wichtig, diese Basiseinrichtungen finanziell zu stärken
und nicht zu schwächen, um erreichte Qualitäten
zu erweitern. Durch neue finanzielle Anreize sind die Effekte
zu schaffen, die Mehrwerte erzielen. Daher darf die gerade
erst eingeführte Förderung der Qualifizierung von
Redaktionsgruppen nicht für den Aufbau der Netzwerke
und deren Koordinierungsstellen
„geopfert“ werden.
Wir betonen dies, weil zwischenzeitlich eine solche Umwidmung
in Teilen der LfM diskutiert wurde. Ohne diese Gelder sind
die Offenen Kanäle in NRW nicht überlebensfähig.
Die Offenen Kanäle in NRW sind Orte der Begegnung und
der Vernetzung. Sie können ihre vielfältigen Erfahrungen
im Bereich der praktischen Medienarbeit sowie technische,
redaktionelle und organisatorische Kompetenzen in ein Netzwerk
einbringen und dabei Synergien erzeugen. Eine Schwächung
der Offenen Kanäle gedeutet die Schwächung der örtlichen
Netzwerke, eine Stärkung dieses Bürgermediums fördert
die Stärkung der örtlichen und regionalen Netzwerke.
Das Leitziel, die Qualifizierungsangebote zur Vermittlung
von Medienkompetenz im Nahraum zu verbessern, wird vom Landesverband
der Offenen Kanäle unbedingt unterstützt.
Wir bitten jedoch um die Beantwortung der Frage, wer in diesem
Zusammenhang die Kooperations-, Ziel- und Ergebnisvereinbarungen
definieren soll? Und: Wer koordiniert mit welchem Aufwand
die Koordinierungsstellen? Werden zusätzliche Overheadkosten
erforderlich? Welche Aufgaben übernimmt die LfM in diesem
Prozess und welche Ressourcen will sie dafür einsetzen?
Außerdem bitten wir die LfM, dem Landesverband der Offenen
Kanäle NRW e.V. die Zwischenergebnisse zu den Pilotprojekten
(Vorlage IV-157/04 und IV-158/04) zukommen zu lassen, damit
er aus diesen detaillierten Darstellungen weitere Erkenntnisse
ziehen kann. Vor dem Hintergrund der existierenden gesetzlichen
Grundlage ist uns schließlich unklar, wie mit der Finanzierung
von Koordinierungsstellen bereits in 2006 begonnen werden
soll. Nach unserer Kenntnis stehen bislang „nur“
die ehemaligen Schwerpunktförderungen der Offenen Kanäle
zur Verfügung. Wir weisen darauf hin, dass bereits die
Kürzung dieser auch inhaltlich innovativen Projekte zu
einer wesentlichen Schwächung lokaler Strukturen der
Förderung von Medienkompetenz geführt hat.
Die Mitglieder des Landesverbandes sind sich sicher, dass
den Organen der LfM nicht erst durch dieses Schreiben deutlich
ist, dass weitere Einschnitte von den lokalen Bürger-
TV-Arbeitsgemein-schaften nicht kompensiert werden können,
ohne dass „die Basis für die Stärkung der
Netzwerkarbeit vor Ort“ wesentlich gefährdet wäre.
In diesem Sinne freuen wir uns auf die weitere Zusammenarbeit
mit der LfM in den von dort und uns angestrebten Netzwerkstrukturen.
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